JUST Battle | DALLAS vs. SPENTER | ANALYSE
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PUNKTEVERGABE von MARCENIC
👊 PUNCHLINES
Bei Spenter ist leider nicht sonderlich viel zu holen, auch wenn es gut beginnt. Die flüster Angrifsfläche
wurde gut umgesetzt direkt am Anfang.
Danach trift allerdings viele Zeilen lang garnichts. Sehr generisches darüber wie er seinen
gegner zurichtet, irgendwelche leute fickt und sonst nur angrifsflächen die er einfach so
gegen Dallas nicht bringen kann. Mit unterdurchschnittlich bis eher schlechten Reimen einen
völlig vernünftigen Reim von Dallas zu dissen zieht garnicht und auch später die Vergleiche
fronts, sind einfach zu flach umgesetzt und ziehen daher ebenfalls nicht.
Nach 9 Zeilen, die alle leider nicht trefen, hat Spenter aber zu seinem starken Anfang
zurückgefunden und schreibt 3 gute Flüsterzeilen hintereinander.
Die erste finde ich zwar vom Aufbau sehr seltsam und irgendwie unangenehm, aber die
Pointe ist lustig und die anderen beiden Zeilen zu dem Thema sind lustige Battlerap Zeilen,
an denen es nichts zu kritisieren gibt.
Leider trift der Rest nicht mehr. Eine generische Zeile, die ich nicht mal ganz kapiere,
danach eine einfache Mordzeile und zum Abschluss representer. Sehr schade.
Als Tipp kann ich nur geben, sich mehr auf wirkliche Angrifsflächen zu konzentrieren und zu
schauen, ob das, was du deinem Gegner vorsetzt, komplett passenden Gegnerbezug
beinhaltet. Orientiere dich wirklich daran, was du mit der Flüster-Angrifsfläche gemacht
hast, das war gut.
Bei Dallas ist auch eher wenig zu holen. Die Anfangszeile ist an sich ganz lustig, aber mir persönlich nicht
direkt genug.
Die Zeile danach kommt aber flach und sehr lustig. Es ist zwar nur eine mutterline mit
bisschen gegnerbezug, aber die kommt schon lustig.
Der Rest des Parts ist es leider garnicht. Viele Zeilen, die sehr generisch kommen und nur
erzählen, dass er seinen Gegner schlachtet, die vermutlich eher für den Reim als für alles
andere entstanden sind. Dazu ist die Zeile über die Zeilen gegen Press-F extrem
ausgelutscht und daher auch nicht wirklich der Rede wert.
Der zweite Part hat dieselben Probleme und hat bis auf die Endzeile daher wenig zu bieten.
Die Endzeile selbst ist dabei okay, erinnert ein bisschen zu sehr an Herr Kuchen und es fehlt
am wirklich hartem Diss, aber es ist zumindest nett gedacht.
Part 3 beginnt mit einem lustigen 4er über Spenters Zimmer, wo ich nicht wirklich viel gegen
sagen kann.
Der rest wiederum ist das selbe wie in den anderen Parts auch, nur das es mit einem
ziemlich ausgelutschten vorrauskonter endet, der dadurch das Spenters zeilen zu dem
thema deutlich besser sind, seine kraft verliert.
Insgesamt eine Runde, die ebenfalls kaum Highlights enthält. Lyrisches Potenzial ist
vorhanden, aber was du in der Zukunft brauchst, ist definitiv mehr Gegnerbezug und
wirkliche Trefer statt Vergleiche und generisches.
➡️ 1:1 UNENTSCHIEDEN
✍️ RAPSKILL
Man merkt schon, dass Flow Spenters größte Stärke ist. Der Flow ist bis auf einen sehr
komischen Verhaspler in der ersten Zeile relativ gut und kombiniert mit der guten
Audioqualität und der zumindest nicht schlechten Delivery sorgt es für einen vernünftigen
Sound.
Bei der Delivery würde ich gerne mehr Lockerheit beim Rappen hören, weil diese böse
Attitüde extrem gewollt wirkt. Dazu ist es auch teilweise nicht komplett einfach, ihm zu folgen
und jedes Wort zu verstehen. Dennoch ist es insgesamt eine vernünftige Runde vom Sound.
Sein größtes Problem in dieser Kategorie, die ihm für mich auch die volle Punktzahl nimmt,
ist aber die Reimtechnik. Diese ist sehr einfach und reicht von mittelmäßigen 3 silbern, hinab
zu 1 bis 2 silbigen Reimen, die teilweise schon sehr billig sind. In Zukunft würde ich wirklich
empfehlen zumindest etwas darauf zu achten, weil dies beim Hören sehr störend war.
Bei Dallas ist es ebenfalls eigentlich völlig okay vom Flow.